Wälzlager aller Größen sind kritische Maschinenelemente, deren zuverlässiger Betrieb die Leistung, Lebensdauer und Sicherheit ganzer Maschinen und Systeme direkt beeinflusst. Deshalb ist es entscheidend, die Leistungsfähigkeit von Schmierstoffen unter Bedingungen zu bewerten, die den realen Einsatzbedingungen möglichst nahekommen. Hierfür stehen zahlreiche standardisierte und kundenspezifische Tests zur Verfügung. Zu den etabliertesten zählen der FE8-Test (DIN 51819) und der FE9-Test (DIN 51821).
Trotz des hohen Aufwands und der Kosten dieser Prüfungen ist die Anzahl der erfassten Parameter oft begrenzt. Der FE8-Test misst üblicherweise nur das Drehmoment über die Zeit (einschließlich des mittleren Reibungsmoments beim Anlaufen und im stationären Betrieb), den Massenverschleiß sowie gegebenenfalls die Zeit bis zum Ausfall. Diese eingeschränkte Datenerfassung erschwert tiefere wissenschaftliche Erkenntnisse, die eine gezielte Schmierstoff- oder Systementwicklung unterstützen könnten.
Die anwendungsorientierte Tribometrie („Tribometrie 4.0“) überwindet diese Grenzen durch fortschrittliche Sensortechnologien, intelligente Testprotokolle und umfassende Datenanalysen inklusive KI. Unsere Hochfrequenz-Impedanzmessung liefert wertvolle Informationen zu Oberflächenzuständen und zum Schmierfilm in gemischten sowie (elasto-)hydrodynamischen Reibungsbereichen.
In verschiedenen Anwendungen konnten relevante Erkenntnisse für die Schmierstoffentwicklung gewonnen werden: Stribeck-Kurven unter realen Bedingungen, Übergänge zwischen Grenz-, Misch- und hydrodynamischer Schmierung, die Entwicklung von Grübchen vom ersten Riss bis zum Partikelausbruch, die Entstehung von Oberflächen- und Reaktionsschichten sowie der Prozess der Ölalterung durch Partikelbildung und Verunreinigung.
Die Ausstattung Ihrer Lagerprüfstände und Tribometer mit unserer Sensortechnologie ermöglicht tiefe wissenschaftliche Einblicke in tribologische Prozesse und Veränderungen der Schmierung.



